2026
Können wir den Moment erkennen, in dem wir eine Grenze nicht überschreiten, nicht zustimmen oder nicht wegsehen sollten? Können wir dem Spiel der Zensur widerstehen, es überleben, stören oder unterlaufen? Und wann beginnen diese Strategien, genau jenes System aufrechtzuerhalten, das sie ursprünglich auszuhalten oder zu überwinden suchten? The Game We Knew but Didn’t Play untersucht Zensur als Machtkampf, der in künstlerische Prozesse, Beziehungen und alltägliche Begegnungen eingreift. Die Performance fragt danach, wie Zensur bestimmt, was gesagt und gezeigt werden kann, aber auch, wie sie Institutionen, Gemeinschaften und die Art und Weise prägt, wie Künstler*innen verhandeln, sich anpassen, schweigen, Risiken eingehen oder ihre Arbeit innerhalb restriktiver Strukturen fortsetzen.
Die Arbeit basiert auf Azadeh Ganjehs Forschung zu deutschen Theaterproduktionen, die nach der Revolution von 1979 in staatlich kontrollierten Spielstätten der Islamischen Republik Iran gezeigt wurden. Geprägt von den Perspektiven exilierter Künstler*innen, die Zensur erfahren haben, dienen diese Fallbeispiele als Ausgangspunkt für eine Untersuchung von Zensur in unterschiedlichen politischen, kulturellen und institutionellen Kontexten.
Entwickelt von den Rebel-IST-hah!-Mitgliedern Foad Esfahani und Azadeh Ganjeh in Zusammenarbeit mit Lisa Lucassen, Jule Flierl und Philine Rinnert, greift die Performance auf dokumentarische Materialien, historische Fallstudien, persönliche Archive, Biografien und performative Handlungen zurück. Gemeinsam erweitern diese Materialien die Auseinandersetzung mit der Frage, wie unser Leben, unsere Entscheidungen und unser Handeln in Systeme der Zensur verstrickt werden.
Jede Aufführung eröffnet einen Raum für Fragen. Wie dringt Zensur in diesen Raum ein? Wie wird sie zu einem unsichtbaren Bestandteil ästhetischer Entscheidungen, institutioneller Vereinbarungen oder künstlerischer Kooperationen? Und wer profitiert von den Kompromissen und Verflechtungen, die daraus entstehen? Was wussten wir über das Spiel? Und was könnte geschehen, wenn wir dieses Wissen in Handeln verwandeln?
Konzept & Idee: Rebel-IST-hah!
Von und mit: Lisa Lucassen, Jule Flierl, Philine Rinnert, Foad Esfahani, Azadeh Ganjeh; Künstlerische Leitung: Azadeh Ganjeh; Recherche: Azadeh Ganjeh; Dramaturgie: Foad Esfahani; Bühne: Philine Rinnert; Künstlerische Mitarbeit: Gali Har-Gil; Licht: Gretchen Blegen; Presse & PR: Sarah Rosenau; Sound Design: Vera Pulido; Hospitanz: Bita Asadi; Produktionsleitung: ehrliche arbeit – freies Kulturbüro
Eine Produktion von Rebel-IST-hah! in Kooperation mit Ballhaus Ost. Gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt und durch den Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.